Historie

Die Geschichte der Schloss-Apotheke

Die Schloss-Apotheke blickt auf eine über 320-jährige Geschichte zurück.

    

Sie wurde spätestens 1680 als „Königliche Hofapotheke“ gegründet. Zunächst war sie für die Öffentlichkeit nicht zugelassen. Es wurde ausschließlich der herzogliche Hofstaat beliefert.

Der erste Hofapotheker war Christian Jäger, den Herzog Ernst August bei der Verlegung seiner Residenz von Iburg bei Osnabrück nach Hannover mitnahm. Die Apotheke wurde am Steinweg, der heutigen Calenberger Straße (Haus Calenberger Str. 25) auf der Calenberger Neustadt angesiedelt.

    

Es existieren heute noch Originalverträge über die Belieferungsmodalitäten zwischen dem Hof und dem jeweiligen Apothekenbetreiber. Hieraus geht beispielsweise hervor, dass Christian Jäger für seine Dienste ein Jahresgehalt von 200 Talern erhielt. Ferner ist in den heutigen Apothekenräumen ein Bronzemörser aus dem Jahr 1708 zu bewundern, der dem ersten Hofapotheker zum Ende seiner Laufbahn geschenkt wurde.

Rund 200 Jahre blieb die Königliche Hofapotheke im Besitz der Familie Jäger-Brande. Bald wurde sie auch für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Während der Zeit der Personalunion, als also der König von England auch König von Hannover war, wurde von einem zweiten Familienmitglied die Hofapotheke in London betrieben. Egal wo sich der König also aufhielt, er wurde hier wie dort durch die gleiche Apothekerfamilie betreut.

1868 wurde der Arzneimittelliefervertrag mit dem Königshaus gekündigt, nachdem dieses in Preußen aufgegangen war. Durch einen Erlass aus der Bismarckzeit musste in der Folge auch der Name geändert werden. Wegen der Nähe zum Leineschloss wurde auf „Schloss-Apotheke“ umfirmiert.

Nach mehrfachem Besitzerwechsel ab 1890 erwarb 1929 Philipp Firsching (2.12.1889-12.02.1970) die zweitälteste Apotheke Hannovers.

Die neuere Geschichte der Apotheke wird von der Schreckensnacht des 8.Oktober 1943 überschattet, in der die Apotheke wie fast der gesamte Stadtteil bei einem Bombenangriff völlig zerstört wurde.

Am 1. März 1947 konnte Philipp Firsching einen Ausweichbetrieb in der Adolfstraße 8A, Ecke Humboldtstraße eröffnen

1956 gelang der Wiederaufbau des Hauses Calenbergerstraße 25 und die Wiedereröffnung der Schloss-Apotheke zum 1. Juni am alten Stammsitz. Im Nachbarhaus wurde bereits 1950 die Philipp Firsching KG gegründet, in der in großem Maßstab verschiedene Medikamente für umliegende Krankenhäuser und Arztpraxen produziert wurden.

Am 1. Mai 1965 übergab Philipp Firsching die Apothekenleitung seinem Sohn Ernst Firsching (geb. 11.03.1927). Mit Unterstützung durch seine Ehefrau Irmgard Firsching führte er das Unternehmen 25 Jahre lang. In dieser Zeit vergrößerte er die Räumlichkeiten und gestaltete die Außenfassade neu.

Seit 1. Mai 1990 übernahm Bernhard Firsching (geb.12.05.1961) in der dritten Generation die Apotheke, die er noch am alten Ort 1993 modernisierte.

Zum 29. Juni 1999 verlegte er den Standort in die Calenberger Esplanade. Hier bildet die Apotheke einen wichtigen Baustein innerhalb des Gesundheitszentrums mit verschiedenen Facharztpraxen, Rehaeinrichtungen, Tagesklinik und Hörgeräteakustiker.